Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion. Foto: Marco Leibetseder/Editorial247.com

Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion. Foto: Marco Leibetseder/Editorial247.com

17-09-2018 Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat den gesetzlichen Auftrag, Patientinnen und Patienten unabhängig, neutral und auf Basis wissenschaftlich überprüfter Fakten und aktueller Erkenntnisse zu Themen aus den Bereichen Gesundheit, Gesundheits- und Sozialrecht zu informieren und zu beraten. Träger waren bis 2015 der Sozialverband VdK Deutschland, die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und der Verbund der unabhängigen Patientenberatung (VuP e.V.). Nach einer europaweiten Ausschreibung durch den GKV-Spitzenverband hatte die Sanvartis GmbH im Jahr 2015 den Zuschlag für die ab 2016 ausgeschriebene UPD erhalten und deren Betrieb in eine gemeinnützige GmbH ausgegliedert. Nach rund zweieinhalb der ausgeschriebenen sieben Jahren Laufzeit (bis 2022) hat die Sanvartis GmbH Ende August 2018 mitgeteilt, dass deren Schweizer Muttergesellschaft Sanvartis Group verkauft wurde.

Neue Eigentümer der UPD sind die Sanvartis Geschäftsführung sowie zwei Kölner Unternehmer, deren Unternehmen Careforce als Anbieter von Vertriebsdienstleistungen mit knapp 700 Außendienstmitarbeitern insbesondere auch Pharmaunternehmen und Medizintechnik-Unternehmen zu ihren Kunden zählt. Careforce GmbH zählt laut Eigendarstellung „zu den führenden Unternehmen im Bereich der Personal- und Vertriebsdienstleistung für die pharmazeutische Industrie und andere Unternehmen im Healthcare-Markt.“ Die UPD erhält laut Gesetz eine jährliche Zuwendung durch die GKV in Höhe von derzeit neun Millionen Euro.

Die Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion kritisiert den Eigentümerwechsel UPD: „Den klammheimlichen Eigentümerwechsel im Hintergrund der UPD sehe ich sehr kritisch. Die UPD hat den Auftrag, unabhängig zu beraten und wird zu großen Teilen aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung, also Versicherten-Geldern, finanziert. Die Art und Weise, wie dieser Deal gelaufen ist und von der UPD eben nicht kommuniziert wurde, schwächt das Vertrauen in die Unabhängigkeit der UPD. Damit ist das politische Ziel gefährdet, dass möglichst viele – das heißt auch: mehr – Menschen von unabhängiger Patientenberatung profitieren. Ich erwarte mindestens, dass der GKV-Spitzenverband und der Patientenbeauftragte der Bundesregierung hier die Zügel deutlich anziehen und ihr Kontrollrecht nutzen.“