Jugendliche übernehmen den Bundestag

Zwei Abgeordnete im Gespräch: Der Erlanger Benjamin Küffner, Teilnehmer von Jugend und Parlament, und MdB Martina Stamm-Fibich.

31-05-2017Beim Planspiel „Jugend und Parlament“ simulieren 315 Jugendliche zwischen 17 und 20 Jahren das parlamentarische Verfahren im Bundestag. Vier Gesetzesinitiativen wurden in vier Tagen erstellt und diskutiert. Aus Erlangen nahm Benjamin Küffner stellvertretend für das Büro von Martina Stamm-Fibich teil. 

Der 17-Jährige hat schon einige politische Erfahrung vorzuweisen. In Erlangen ist er Vorsitzender des Jugendparlaments.  Die Jugendlichen wurden in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen aufgeteilt. Zur Debatte standen Entwürfe zur Festschreibung von Deutsch als Landessprache im Grundgesetz, zur Einführung bundesweiter Volksabstimmungen, zur Ausweitung der Beteiligung deutscher Streitkräfte an einer EU-geführten Militäroperation im fiktiven Staat Sahelien sowie zur Verbesserung des Tierschutzes in der Landwirtschaft.

„Grundlegende Schritte in der Gesetzgebung wie die Wahl von Fraktionsvorsitzenden, die Arbeit in Arbeitsgruppen und Ausschüssen, oder Debatten im Plenum des Bundestags kennen wir sonst nur aus dem Fernsehen“, sagt Küffner.  Bei der abschließenden Debatte im Plenarsaal traten 48 Redner aus allen Spielfraktionen ans Pult und versuchten, Mehrheiten für ihre politischen Anliegen zu gewinnen.

Benjamin Küffner schlüpfte in die Rolle des fiktiven Abgeordneten Karl Schönwald, der die Interessen der PGS-Fraktion (Partei für Gerechtigkeit und Solidarität) vertrat. In seinem Ausschuss haben die Teilnehmer über die Einführung direkter Demokratie im Bund diskutiert. „Ich war sehr beeindruckt, wie ernst alle ihre Rolle annahmen und wie leidenschaftlich und mit welcher Härte die Debatten geführt wurden“, sagt Küffner, der sich mit Martina Stamm-Fibich bei einem Treffen über das politische Geschehen in der Hauptstadt austauschte.

„Hatte ich zu Beginn des Planspiels noch ein mulmiges Gefühl, verschwand das mit jeder Wortmeldung mehr und mehr und verwandelte sich spätestens am zweiten Tag in den Arbeitsgruppen in Selbstvertrauen, Eifer und den Ehrgeiz, die eigenen Gesetzesvorlagen durchsetzen zu wollen“, erzählt Küffner.

Zum Abschluss der Simulation diskutieren die Teilnehmer mit den Vorsitzenden der Bundestagsfraktionen, wie realitätsgetreu Jugend und Parlament die parlamentarische Arbeit abbildet. „Aus einem fiktiven Planspiel wurden reale Emotionen und das ist, was Jugend und Parlament neben der Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen und ein fundiertes Wissen über die Gesetzgebung zu erlangen, zu einem einzigartigen Erlebnis und definitiv empfehlenswert für alle politikbegeisterten Jugendlichen macht“, sagt Küffner.