Person

In Erlangen-Bruck geboren und aufgewachsen, lebe ich inzwischen seit fast dreißig Jahren im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Nach meiner Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten und einigen Weiterbildungen war ich ab dem Jahr 1989 im Bereich Medizintechnik bei der Firma Siemens tätig.

Durch meine Wurzeln und meine Berufstätigkeit fühle ich mich mit der Stadt und dem Landkreis tief verbunden.

Meine Einstellung zur Politik und die Themen, die mich besonders beschäftigen, sind vor allem geprägt durch meine Erfahrungen als Betriebsrätin, im Ehrenamt und als Mutter von zwei Kindern.

BETRIEBSRÄTIN Von 2006 bis zu meiner Wahl in den Bundestag war ich als Betriebsrätin bei Siemens Healthcare in Erlangen tätig. Diese Tätigkeit sowie die Mitgliedschaft in der IG Metall ermöglichten mir täglich einen Einblick in die verschiedensten Lebenssituationen der Bürgerinnen und Bürger. Ich erlebte hautnah, welche Probleme Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im beruflichen Umfeld haben. Deshalb setze ich mich vor allem für eine Stärkung der Mitbestimmung ein, um prekäre Beschäftigung zurück zu drängen. Dies gilt insbesondere für Umfang und Dauer von Leiharbeit und Werkverträgen.

EHRENAMT Mein ehrenamtliches Engagement als stellvertretende Kreisvorsitzende der AWO Erlangen-Höchstadt ist vor allem durch die drei großen Themen Gesundheit, Arbeit und Menschenwürde geprägt. Immer wieder werde ich hier mit Problemen der Pflege in den eigenen vier Wänden, der Schwierigkeit an dringend benötigte Unterstützung im Haushalt zu kommen und anderen sehr vielschichtigen Themen konfrontiert, die vorrangig pflegebedürftige und kranke Menschen betreffen.

Neben diesem Ehrenamt bin ich Genossin der Bürgergenossenschaft Energiewende ER(H)langen, kurz EWERG eG. Hier stehen mit den Themen Energiewende sowie Energiesicherheit ganz andere politische Aspekte im Vordergrund. Darüber hinaus bin ich Mitglied im Förderverein des THW Erlangen und unterstütze den Freundeskreis Laufer Mühle e.V.

Während meines bisherigen Lebensweges war ich bereits sehr vielschichtig ehrenamtlich engagiert. Nicht zuletzt aus diesem Grund ziehe ich meinen Hut vor allen, die sich neben ihrer beruflichen Belastung dazu entscheiden, ein Ehrenamt auszuüben. Ohne diese Menschen würden sehr viele Projekte, Initiativen und ähnliches einfach im Sande verlaufen.

MUTTER Mein Lebenslauf gleicht dem des klassischen, meiner Meinung nach inzwischen völlig überholten, Rollenbildes einer Frau. So bin ich durch meine Rolle als Mutter in die Teilzeitfalle gerutscht und musste eine daraus resultierende Stagnation der beruflichen Weiterentwicklung erleben.

Die fehlenden beruflichen Herausforderungen haben mich letztendlich zu dem Entschluss geführt, dass Frauen selbst für Veränderungen sorgen müssen. Deshalb habe ich bei den  Kommunalwahlen kandidiert und mit Erfolg von 2002 bis 2008 als Gemeinderätin in Hemhofen Politik für Menschen gemacht.

Dass konservative Rätinnen und Räte mich damals als Rabenmutter beschimpft haben, hat mich tief getroffen – heute weiß ich, es war richtig für Mittagsbetreuung, längere Öffnungszeiten der Kita und ein Gebäude für die offene Jugendarbeit zu kämpfen.

Ich bin überzeugt davon, dass es durch Veränderungen auf der politischen Bühne und durch Gesetzesänderungen möglich ist, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen ohne als Frau Abstriche in Bezug auf den beruflichen Werdegang und das Familienglück hinnehmen zu müssen.

 

POLITIK

Ich bin seit dem Jahr 1994 Mitglied der SPD. Nach meiner Tätigkeit als Gemeinderätin in Hemhofen habe ich im September 2013 bei den Bundestagswahlen über die Landesliste Bayern im Wahlkreis Erlangen den Einzug in den Deutschen Bundestag geschafft und bin ordentliches Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und im Petitionsausschuss. Als Stellvertreterin bin ich für den Ausschuss Familien, Senioren, Frauen und Jugend zuständig. Meine Arbeitsschwerpunkte im Bereich Gesundheit sind Kinder- und Jugendmedizin, Medizinprodukte, Arzneimittel und Heil- und Hilfsmittel.

Der Petitionsausschuss ist der Seismograf der Bevölkerung. Durch das Feedback der Bürger – jeder kann eine Petition einreichen – bekommen die Mitglieder des Ausschusses schnell und „ungeschminkt” Bitten und Beschwerden aus der Bevölkerung mit, können bewerten, wie neue Gesetze greifen oder an welchen Stellen nachjustiert werden muss. Auf den Punkt gebracht handelt es sich beim Petitionsausschuss um das einzige Instrument direkter Demokratie auf Bundesebene.

Bei den Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 wurde ich zur Gemeinderätin in Möhrendorf gewählt und habe den Einzug in den Kreistag geschafft. Das Amt der Gemeinderätin musste ich im Februar 2016 aufgeben, da es sich mit den Aufgaben als Bundestagsabgeordnete zeitlich nicht mehr vereinbaren ließ. Mir ist es neben den vielen Aufgaben, die mich als Abgeordnete in Berlin erwarten, sehr wichtig, dass ich nicht den Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort verliere.

Ich nutze die sitzungsfreien Wochen, um so viele Termine im Wahlkreis wahrzunehmen. In den Gesprächen mit den Leuten, Institutionen und Unternehmen vor Ort erhalte ich viel Input, der meinen Blick für die politische Arbeit in Berlin schärft und mein Handeln nicht an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger vorbeigehen lässt.