Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, wirbt für das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen. Foto: Hilfetelefon

Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, wirbt für das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen. Foto: Hilfetelefon

21-11-2018 Für viele Frauen ist Zuhause ein gefährlicher Ort. 113.965 Frauen wurden in der Bundesrepublik im Jahr 2017 Opfer häuslicher Gewalt. 147 Frauen wurden von ihrem Mann oder Exmann getötet. Das ist ein deutlicher Sprung gegenüber dem Jahr 2016, in dem 109.000 Frauen Opfer häuslicher Gewalt wurden. Diese erschreckend hohen Zahlen gehen aus einem Bericht des Bundeskriminalamtes vom 21.11.2018 hervor. Trotzdem ist Gewalt in der Partnerschaft für viele immer noch ein Tabuthema. Beim Thema Gewalt gegen Frauen wird vielfach weggesehen und geschwiegen. Die SPD will dieses Schweigen brechen.

Deshalb habe ich mich an der Mitmach-Aktion des Hilfetelefons Gegen Gewalt an Frauen (erreichbar unter der Telefonnummer 08000 116 016) zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der am 25.11. stattfindet, beteiligt. Mir ist es wichtig, Bewusstsein für das Problem häuslicher Gewalt, das vor allem Frauen betrifft, zu schaffen. Aber auch dafür, dass es Hilfe gibt und diese Hilfe angenommen werden sollte. Wichtige Anlaufstellen sind dabei das Hilfetelefon, aber auch Frauenhäuser. Hier finden Frauen in Not Zuflucht.

Gleichzeitig geht es darum, den Kampf gegen häusliche Gewalt auch politisch zu führen. Ich bin froh, dass Bundesfamilienministerin Franziska Giffey das Thema weit oben auf die politische Tagesordnung gesetzt hat. Sie hat als erste Maßnahme einen runden Tisch einberufen, an dem Bund, Länder und Kommunen mit Fachleuten aus der Praxis zusammenarbeiten. Denn wir brauchen dringend politische Antworten auf die Fragen, wie rechtliche Rahmenbedingungen verbessert, wo in Frauenhäuser als Anlaufstellen investiert werden muss und welche Unterstützung unsere Gesellschaft Betroffenen geben kann und soll, die Unterstützung beim Aufbau eines neuen Lebens brauchen.

Übrigens: Auch Männer sind von häuslicher Gewalt betroffen, allerdings viel seltener als Frauen. Das macht es natürlich nicht besser. Sowohl das Hilfetelefon als auch Männerhäuser stehen ihnen als Anlaufstellen zur Verfügung.

Den Bericht des Bundeskriminalamtes gibt es unter: https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/Lagebilder/Partnerschaftsgewalt/partnerschaftsgewalt_node.html

Informationen zur Arbeit des Erlanger Frauenhauses gibt es hier: https://www.frauenhaus-erlangen.de/