Tag der Organspende: Informieren und Entscheiden

Eine Organspende kann Leben retten. Foto: Thorben Wengert/pixelio.de

03-06-2017 – Am 3. Juni 2017 ist Tag der Organspende. Dieser Aktionstag findet seit 1983 jährlich statt und hat das Ziel über Organspende zu informieren und die Schicksale hinter dieser sensiblen Thematik sichtbar zu machen. An vielen Orten in Deutschland setzen sich an diesem Tag Politikerinnen und Politiker, Ärztinnen und Ärzte, Organempfänger und Angehörige gemeinsam dafür ein, dass sich mehr Menschen mit der Frage der Organspende auseinandersetzen.

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Organspende? Laut der Definition der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bedeutet Organ- und Gewebespende die Übertragung von funktionstüchtigen Organen oder Geweben einer Person auf einen schwer kranken oder beeinträchtigten Menschen. Unzählige Menschen in Deutschland sind von dem Thema Organspende direkt betroffen.

Aktuelle Zahlen im Überblick

Allein im Jahr 2016 konnten über 3.000 Menschen durch eine Transplantation das Leben gerettet werden. Über 10.000 Menschen stehen in Deutschland auf den Wartelisten für ein Organ und täglich versterben Menschen, weil nicht rechtzeitig ein Spendenorgan gefunden werden kann.

Das Thema Organspende ist komplex und wird aus ethischer, medizinischer und rechtlicher Sicht kontrovers diskutiert. In Deutschland gilt seit 2012 die sogenannte Entscheidungslösung. Diese sieht vor, dass jeder Mensch ab 16 Jahren sich mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und eine selbstbestimmte Entscheidung treffen sollte. Die Entscheidung kann in einem Organspendeausweis dokumentiert werden. Wichtig zu wissen: Die Entscheidung kann jederzeit formlos geändert werden, indem ein neuer Ausweis ausgefüllt wird. Der Organspendeausweis kann außerdem auch genutzt werden, um Ablehnung gegen Organspende zu dokumentieren.

Fast jeder dritte Bürger und Bürgerin in Deutschland hat laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2016 einen Organspendeausweis. Fast die Hälfte der Bevölkerung wünscht sich eine verbesserte Informationslage. Hier möchte der Tag der Organspende ansetzen und einen Anstoß für eine gut informierte Auseinandersetzung mit der Thematik geben.

Ich halte die Organtransplantation für einen wichtigen Bereich der Medizin, der dazu beitragen kann, das Leben schwer kranker Menschen zu retten. Es steht außer Zweifel: Organspende ist eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe.

Informationen für Erlanger Bürgerinnen und Bürger

In der Region Bayern gibt es insgesamt sieben Transplantationszentren, die für die Übertragung von Spenderorganen zugelassen sind. Dazu gehört auch das Universitätsklinikum Erlangen mit einem Transplantationsprogramm für Herz, Niere, Leber und Pankreas.

Der diesjährige Aktionstag zum Tag der Organspende findet in Erfurt statt und damit nicht in direkter Nähe zu Erlangen. Es gibt aber eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten für Erlanger Bürgerinnen und Bürger sich zu jedem Zeitpunkt mit dem Thema Organspende zu befassen: Das Portal „Organspende: Die Entscheidung zählt” der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet einen leichten Einstieg in die Thematik. Neben Informationsmaterialen und Kurzfilmen zum Thema, finden sich auch Details zu den rechtlichen Grundlagen.

Link zum Informationsportal Organspende

Stellungnahmen des deutschen Ethikrats: Die Möglichkeit der Organspende birgt sowohl medizinische als auch rechtliche und ethische Fragen. Der deutsche Ethikrat hat sich umfassend mit der Thematik befasst und unter anderem im Jahr 2015 eine Stellungnahme zu „Hirntod und Entscheidung zur Organspende” veröffentlicht.

Link zur Stellungnahmen des Deutschen Ethikrats


Das kostenlose Infotelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet die Möglichkeit im persönlichen Gespräch offene Fragen rund um das Thema Organspende zu besprechen. Unter 0800 / 90 40 400 ist das Infotelefon Organspende montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr erreichbar.