Am Ende der letzten Sitzungswoche hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung für den COVID-19-Impfstoff des Britisch-Schwedischen Pharmaunternehmens AstraZeneca veröffentlicht. Die Zulassung gilt für alle Altersgruppen ab 18 Jahren und ist ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Offensichtlich ist aber auch, dass die Zulassung des Impfstoffs in der vergangenen Woche heiß diskutiert wurde. Befeuert durch einen Zahlendreher im Handelsblatt wurden Zweifel an der Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca laut. Statt der tatsächlichen Wirksamkeit von 70 Prozent war fälschlicherweise lediglich von einer 10-prozentigen Wirksamkeit die Rede.  Hinzu kamen das Gerangel um den Impfstoff auf europäischer Ebene, bei dem der Hersteller keine gute Figur machte, sowie die nicht autorisierte Vorabveröffentlichung der Impfempfehlung der Ständigen Impfstoff Kommission beim Robert-Koch-Institut (STIKO).

Die Fakten liegen nun auf dem Tisch

Nachdem nun alle Fakten auf dem Tisch liegen, sieht die Situation folgendermaßen aus: Der Impfstoff erzielt bei der Altersgruppe der 18 bis 64jährigen eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent. In der Altersgruppe der über 65-Jährigen lagen zur Zeit der Antragsstellung jedoch nicht genügend Daten vor, um eine Wirksamkeit ausreichend statistisch belegen zu können. An der Sicherheit des Impfstoffs besteht in allen Altersgruppen kein Zweifel. AstraZeneca hat bereits angekündigt weitere Daten in für die Altersgruppe der über 65-Jährigen nachzureichen.

Bis es soweit ist, empfiehlt die STIKO den Impfstoff nur zur Anwendung bei Erwachsenen bis 64 Jahre. Aus diesem Grund rücken nun auch jüngere Personen in der Prioritätenreihenfolge nach oben. Dazu gehören insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen, zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit Krebs, Diabetes, psychiatrischen Erkrankungen, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen.

Worauf es jetzt ankommt

Die erste Lieferung von AstraZeneca über 600.000 Impfdosen wird nun für den 7. Februar erwartet. Zusammen mit den Impfstoffen von BioNTech und Moderna stehen für den Februar pro Woche rund 1,8 Millionen Impfdosen bereit.

Impfgipfel weiterer wichtiger Schritt

Gleichzeitig brauchen die Länder mehr Verlässlichkeit. Der Impf-Gipfel zu Beginn der Woche hat hier für etwas mehr Klarheit gesorgt. Die Bundesregierung wird in den nächsten Tagen einen nationalen Impfplan ausarbeiten, der die nationale Impfstrategie flankieren soll. Damit sollen die Länder einen besseren Überblick darüber erhalten, mit welchen Impfstoffmengen sie in den kommenden Monaten rechnen können. Das ist die Voraussetzung für eine reibungslos funktionierende Terminvergabe Darüber hinaus wird es eine Plattform geben, die die Produktion und Verteilung von Hilfsmitteln wie Ampullen, Stopfen und Spritzen, aber auch Substanzen für die Impfproduktion koordinieren soll. Ziel bleibt es bis September allen Menschen in Deutschland eine Impfung gegen das Virus zu ermöglichen.