Freuen sich über die Fördermittel für die Caritas (v.l.): Gabriela Heinrich, Mitglied des Deutschen Bundestags (MdB), Elisabeth Ries, Referentin Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, Michael Schwarz, Caritas-Direktor Caritasverband Nürnberg, Martina Stamm-Fibich, MdB, und Roland Stubenvoll, Leiter der Caritas Straßenambulanz Franz von Assisi. Foto: editorial247.com

Die Caritas-Straßenambulanz Nürnberg wird im kommenden Jahr großzügig mit Mitteln aus dem Bundeshaushalt gefördert. Dafür haben sich die beiden SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriela Heinrich (Nürnberg) und Martina Stamm-Fibich (Erlangen) in den aktuellen Haushaltsverhandlungen des Bundestages mit einem Förderantrag erfolgreich eingesetzt. Im Rahmen der Förderung erfährt die Straßenambulanz eine zusätzliche Unterstützung in der medizinisch-pflegerischen Versorgung von rund 200.000 Euro für die nächsten zwei Jahre.

Trotz der Krankenversicherungspflicht ist die Zahl der Menschen in Deutschland ohne Krankenversicherung in den letzten Jahren stark gestiegen. Laut dem statistischen Bundesamt waren im vergangenen Jahr rund 143.000 Menschen nicht krankenversichert. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 waren es noch circa 79.000. Dieses Problem betrifft häufig Menschen ohne festen Wohnsitz, aber auch immer mehr Studenten, EU-Bürger, Selbstständige und Freiberufler haben keinen ausreichenden Versicherungsschutz mehr.

Die Caritas-Straßenambulanz Franz von Assisi in Nürnberg bietet diesen Menschen eine medizinische Grundversorgung an.  Ursprünglich auf die medizinische Versorgung von wohnungslosen Mitbürgerinnen und Mitbürgern fokussiert, finden hier mittlerweile alle Menschen ohne Krankenversicherung Ärzte und medizinische Fachkräfte, die die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung und Schwangerschaft vornehmen.

Bei einem Besuch der Einrichtung im Herbst erfuhren Martina Stamm-Fibich und Gabriela Heinrich im Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung, Roland Stubenvoll, und der Referentin der Stadt Nürnberg für Jugend, Familie und Soziales, Elisabeth Ries, dass die Finanzierung der Einrichtung durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie im nächsten Jahr nicht gesichert ist.

Von der nun beschlossenen Förderung sollen vor allem die finanziellen Aufwendungen für neue medizinische Geräte sowie für den allgemeinen Praxisaufwand, die Beschaffung von Medikamenten und medizinischem Bedarf, die Kostenübernahme für stationäre und ambulante Behandlungen sowie Ausgaben für die Erneuerung und Instandhaltung der Praxis und ihrer Infrastruktur gedeckt werden.

Martina Stamm-Fibich, MdB: „Gesundheit ist ein Menschenrecht! Wenn wir es schon nicht hinbekommen eine solidarische Krankenversicherung für alle einzuführen, müssen wir wenigstens solche guten Projekte wie die Straßenambulanz in Nürnberg entsprechend fördern. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir in den Haushaltsverhandlungen diesen Erfolg erreichen konnten.“

Gabriela Heinrich, MdB: „Obwohl Nürnberg sich im besonderen Maße der sozialen Belange annimmt, gibt es auch hier einen Bedarf an medizinischer Grundversorgung außerhalb des regulären Systems. Die Förderung der Straßenambulanz Franz von Assisi ist gut investiertes Geld, weil es den schwächsten Mitbürgerinnen und Mitbürgern in unserer Stadt zu Gute kommt.“

Roland Stubenvoll, Einrichtungsleiter: „Das sind hervorragende Nachrichten für die Caritas-Straßenambulanz. Es federt die durch die Pandemie verursachten Kosten ab und ermöglicht uns gut gerüstet die medizinische Versorgung von Bedürftigen weiterhin zu gewährleisten. Denn es ist davon auszugehen, dass die Anzahl von In-Not-Geratenen mit und ohne Versicherungsschutz in den kommenden Jahren stark steigen werden.“