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Praktikum im Seniorenzentrum: MdB Martina Stamm-Fibich absolvierte mit Pfleger Marcel (hintere Rehe, 3.v.re.) eine komplette Frühschicht.

 

Bereits zum zwölften Mal veranstaltete der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWI) die Aktion „Praxis für Politik“. Die Erlanger Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich nutzte die Gelegenheit für einen Besuch des Seniorenwohnzentrums „Am Erlenfeld“ in Erlangen. Zusammen mit Pfleger Marcel absolvierte sie am 26. August ab 6.30 Uhr eine komplette Frühschicht.

Wecken, Waschen, Anziehen, Dokumentation, Medikation, Wechseln von Verbänden, Telefonate mit Ärzten  – langweilig ist Marcel während einer Schicht noch nie geworden. Drei Jahre dauerte seine Ausbildung zum Altenpfleger, ein Beruf, den er nicht nur als Nine to Five-Job wahrnimmt, sondern ein Stück weit auch als Berufung sieht.

Ein Eindruck, den Martina Stamm-Fibich während ihrer Acht-Stunden-Schicht im Seniorenzentrum „Am Erlenfeld“ mit nach Hause nahm: „Die Arbeit ist anspruchsvoll, erfordert umfassende Fachkenntnisse und viel Einfühlungsvermögen. Die Senioren benötigen nicht nur Pflege, sondern auch Zuspruch und Ansprache. Das muss man können und mögen.“

In Berlin stehen demnächst Gespräche über Verbesserungen durch das 1. Pflegestärkungsgesetz an. Als Mitglied des Gesundheitsausschusses war es Martina Stamm-Fibich wichtig, im Vorfeld die Arbeit von Pflegekräften selbst zu erleben und von den Beschäftigten zu erfahren, in welchen Bereichen bei der Neuausrichtung der Pflege Verbesserungspotenzial besteht.

In den Gesprächen mit den Angestellten, dem Pflegedienstleiter und der Heimleitung wurden immer wieder eine verbesserte Entlohnung und die Anhebung des Personalschlüssels angeführt. Probleme bereitet auch die ausufernde Dokumentation, die während der regulären Dienstzeit kaum zu bewältigen ist. „Vorkommnisse in der Vergangenheit haben gezeigt, dass eine Dokumentation wichtig ist, auch um den Mitarbeiter abzusichern. In welchen Rahmen sich eine Dokumentation bewegen muss und wie umfangreich Prüfungen ablaufen müssen, ist sicherlich ein zu diskutierender Punkt“, sagt Martina Stamm-Fibich.

Wünschen würden sich die Mitarbeiter eine bessere Ausstattung unter anderem mit mechanischen Hilfen, um die körperliche Belastung zu reduzieren. Sorgen bereitet der Branche der Fachkräftemangel. Die Zahl der derzeit rund 2,5 Millionen pflegebedürftigen Menschen wird bis ins Jahr 2050 auf 4,36 Millionen steigen. Schon jetzt wird prognostiziert, dass im Jahr 2025 152.000 Pflegekräfte fehlen werden.

Der Bedarf an qualifiziertem Personal ist groß, der Nachwuchs fehlt. „Es ist auch die Aufgabe der Politik, den Beruf des Altenpflegers in den Fokus zu stellen und zu stärken. Die Menschen hier leisten großartige Arbeit. Wir müssen versuchen, die richtigen Rahmenbedingungen bereit zu stellen. Das werden wir sicher nicht mit einer millionenschweren Imagekampagne schaffen, sondern mit Inhalten, wie zum Beispiel der Diskussion über die Inhalte der Ausbildung. Die Maßnahmen müssen greifen und nicht nur auf dem Papier gut aussehen“, erklärt Martina Stamm-Fibich.

Das Faltblatt der SPD-Bundestagsfraktion „Für eine gute und menschenwürdige Pflege“ fasst die wichtigsten Informationen zum Pflegestärkungsgesetz zusammen:

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