White Paper Multiple Sklerose: Bessere Versorgung und Teilhabe von Betroffenen ermöglichen

Fast ein Jahr ist es her, dass die SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich zum Fachgespräch Multiple Sklerose (MS) in den Bundestag eingeladen hat. Ziel des Gesprächs im Februar 2019 war es, gemeinsam mit Betroffenenverbänden, Ärzten und Krankenkassenvertretern Probleme bei der Versorgung von MS-Patientinnen und Patienten zu benennen und mögliche Lösungen aufzuzeigen, wie die Situation für Betroffene verbessert werden kann.

Probleme bei der Versorgung von Menschen mit MS

Die Probleme für Patientinnen und Patienten mit MS sind vielschichtig. Schon bei der Diagnosestellung beginnen die Konflikte. Denn häufig vergehen Jahre zwischen dem Auftreten der ersten Symptome und der gesicherten Diagnose. Und auch bei der medizinischen Versorgung von Betroffenen gibt es noch Verbesserungspotenzial. Denn häufig sind Patientinnen und Patienten zwar medikamentös gut eingestellt. Therapien oder Rehabilitationsangebote, die maßgeblich zum Erhalt der Teilhabe beitragen, fehlen aber häufig. Zu oft werden noch junge Menschen aufgrund ihrer Erkrankung frühverrentet. Für die Betroffenen in aller Regel eine Sackgasse. Die nachhaltigere Lösung – gerade in Bezug auf gesellschaftliche Teilhabe – wären hier Maßnahmen zur Rehabilitation, um eine möglichst lange Berufstätigkeit zu ermöglichen.

White Paper Multiple Sklerose Versorgung 2030

Nun haben der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband (DMSG), der Spitzenverband ZNS (SpiZ), der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) ein gemeinsames White Paper Multiple Sklerose Versorgung 2030 veröffentlicht. Darin fordern sie ein stärkeres Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Multipler Sklerose, eine koordinierte, facharzt- und sektorenübergreifende medizinische Versorgung und Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen und sozialen Teilhabe von Menschen mit MS. Das White Paper soll einen Anstoß für eine öffentliche Debatte geben, wie Menschen mit MS durch eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung selbstbestimmt am Leben teilhaben können.

Es ist wichtig, dass Ärzte und Patienten sich zusammenschließen und an einem Strang ziehen. Denn nur gemeinsam können wir zu einer besseren Versorgung und Inklusion politisch und gesellschaftlich beitragen. Als Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion unterstütze ich eine entschlossene Verbesserung und werde mich für die Betroffenen stark machen“, so Martina Stamm-Fibich.

Konkrete Maßnahmen müssen folgen

Nun müssen konkrete Maßnahmen folgen. Ein zentraler Punkt ist, dass Schnittstellen zwischen den verschiedenen Akteuren besser vernetzt werden. Spezialisierte Ärzte müssen ihr Wissen mit Allgemeinärzten teilen. So kann die ‚Krankheit der tausend Gesichter‘ schneller diagnostiziert und damit auch schneller therapiert werden. Es gilt Schnittstellen zwischen den Versorgungssektoren aber auch zwischen den Sozialversicherungsträgern zu finden. „Denkbar ist hier beispielsweise ein Lotsensystem, in dem Betroffene über medizinische und sozialversicherungsrechtliche Sektorengrenzen hinweg begleitet und beraten werden“, so Stamm-Fibich.

 

Die komplette Version des White Papers finden Sie hier kostenfrei zum Download.