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Sagen „Ja“ zur Plasma-Spende (v.l.): Center-Manager Sven Schuhmann, Liselotte Müller, Mitglied der DSAI (Deutsche Selbsthilfe angeborene Immundefekte), MdB Martina Stamm-Fibich und Peter Skrzipczik, der in den letzten 31 Jahren über 900 Mal Plasma gespendet hat.

Rund 16.000 Menschen sind in Deutschland darauf angewiesen, dass andere für sie Plasma spenden: Sie leiden an einer lebensbedrohlichen Krankheit, die nur mit Medikamenten behandelt werden kann, die aus Bestandteilen menschlichen Blutplasmas hergestellt werden.

Wie eine Plasmaspende abläuft und welchen Weg das Plasma vom Spender zum Patienten nimmt, darüber informierte sich Martina Stamm-Fibich im CSL Plasmacenter Nürnberg und sprach dort unter anderem mit Spender Peter Skrzipczik und der Patientin Liselotte Müller. Ihr Fazit nach dem Rundgang durch das Plasmacenter: „Jede einzelne Spende rettet Leben.“

Neben Unfallopfern, die Blutkonserven oder Blutplasma benötigen, sind es vor allem Menschen mit seltenen Erkrankungen wie beispielsweise einer genetisch bedingten Hämophilie („Bluterkrankheit“) oder Patienten mit angeborenen Immundefekten, für die Präparate aus Blutplasma überlebenswichtig sind.

„Leider wissen immer noch viel zu wenig Menschen, wie bedeutend Plasmaspenden sind. Es ist wichtig, ständig über dieses Thema zu informieren und aufzuklären. Plasmaspender tragen in hohem Maße dazu bei, dass kranke Menschen wieder gesund werden oder mit einer schweren, chronischen Erkrankung ein möglichst normales Leben führen können“, sagt Martina Stamm-Fibich.

Doch der Bedarf ist höher als das gespendete Plasma: „Ins Nürnberger Plasmacenter kommen zwar jede Woche rund 1500 engagierte Spender, dennoch fehlen aktuell rund 500 weitere Plasmaspender, um den tatsächlichen Bedarf decken zu können“, erzählt Centermanager Sven Schuhmann.

Aus menschlichem Blutplasma können Medikamente hergestellt werden, die für ihre Nutzer (über)lebenswichtig sind. Eine synthetische Produktion ist nur teilweise möglich, so dass betroffene Patienten auf freiwillige Plasmaspenden von gesunden Menschen angewiesen sind.

Plasma kann weitaus häufiger als Blut gespendet werden, da noch während des Spendenvorgangs das Plasma aus dem Blut herausgelöst und die restlichen Bestandteile des Blutes dem Spender sofort wieder zugeführt werden. Plasmaspenden sind bis zu 45 Mal  im Jahr möglich. Dafür geeignet ist jeder Gesunde im Alter zwischen 18 und 68 Jahren.