Praktikant Florian Hörlein,  Martina Stamm-Fibich und das Berliner Team.

Praktikant Florian Hörlein, Martina Stamm-Fibich und das Berliner Team.

19-02-2019 Einmal mit Carsten Schneider über die Arbeit des Parlamentarischen Geschäftsführers diskutieren oder das streitbare Ölbild von Altkanzler Gerhard Schröder im Kanzleramt aus nächster Nähe begutachten. Auch das macht ein Praktikum in der SPD-Fraktion im Bundestag möglich. Denn neben der normalen Tätigkeit als Praktikantin oder Praktikant im Abgeordnetenbüro, bietet die Fraktion für alle Praktikantinnen und Praktikanten ein eigenes Programm mit vielen tollen Gelegenheiten für Einblicke in die Parlamentsarbeit und Hintergrundgespräche mit SPD-Abgeordneten.

Diese spannenden Möglichkeiten habe ich während meines sechswöchigen Praktikums im Bundestagsbüro von Martina Stamm-Fibich natürlich genutzt. Im Büro der Abgeordneten bestand meine Aufgabe vor allem darin, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Martina Stamm-Fibich zuzuarbeiten, also sie bei der inhaltlichen Vorbereitung von AG- und Ausschusssitzungen zu unterstützen oder andere Termine der Abgeordneten mit vorzubereiten.

Denn bevor die Abgeordneten in Fachausschüssen beispielsweise über aktuelle Gesetzesentwürfe beraten, besprechen die Fachpolitikerinnen und –politiker einer Fraktion die Themen vor. Dafür tagen sie in den Arbeitsgruppen, den so genannten AGen. Zusätzlich zu den AG-, Fraktions-, Ausschuss- und Plenarsitzungen, sind die Abgeordneten in Sitzungswochen noch auf verschiedenen anderen Veranstaltungen unterwegs, beispielsweise Fach- und Berichterstattergesprächen oder auch auf Podiumsdiskussionen außerhalb des Parlaments.

Konkret heißt das für ein Bundestagsbüro also: Gesetzesentwürfe durcharbeiten, Stellungnahmen zusammenfassen, Argumente für das Für und das Wider bestimmter Positionen sammeln. Die Entscheidung trifft natürlich am Ende immer der oder die Abgeordnete, das Büro arbeitet dieser Entscheidung aber zu. Und bei dieser Zuarbeit durfte ich die drei Mitarbeiter von Martina Stamm-Fibich unterstützen. Dazu habe ich nicht nur viel recherchiert, sondern die Abgeordnete zu unterschiedlichen Terminen, in die Ausschüsse und AG-Sitzungen sowie die Fraktion begleitet und so einen unmittelbaren Einblick in die parlamentarische Arbeit erhalten.

Besichtigung des Kanzleramtes beim Praktikantenprogramm der SPD-Bundestagsfraktion.

Besichtigung des Kanzleramtes beim Praktikantenprogramm der SPD-Bundestagsfraktion.

Zwei- bis dreimal die Woche sind alle Praktikantinnen und Praktikanten der SPD-Bundestagsfraktion  zusätzlich zum Praktikantenprogramm eingeladen, um mit Abgeordneten zu sprechen oder verschiedene Orte des politischen Berlins zu besichtigen. So nahm sich beispielsweise der Sprecher der SPD-Fraktion für Wohnungspolitik, Bernhard Daldrup, eine Stunde für alle Praktikantinnen und Praktikanten in der Fraktion Zeit, um mit ihnen die aktuellen Probleme der Wohnungspolitik und die Positionen der SPD-Bundestagsfraktion zu diskutieren. Oder der Parlamentarische Geschäftsführer Carsten Schneider, um über seine Aufgabe als Organisator der parlamentarischen Arbeit der Fraktion zu berichten. Als rechte Hand der Fraktionsvorsitzenden Andrea Nahles, ist er mit dafür verantwortlich, die Fraktionsarbeit zu koordinieren und zum Beispiel Mehrheiten für Abstimmungen zu organisieren.

Aber auch in sitzungsfreien Wochen – also dann, wenn die Abgeordneten im Wahlkreis arbeiten – fällt das Praktikantenprogramm nicht aus. Dann organisiert die Fraktion Besichtigungen in den Gebäuden der anderen Bundesorgane. Die Praktikantinnen und Praktikanten bekommen dabei Einblicke in die Arbeit der Ministerien, des Bundesrats oder auch des Bundeskanzleramts. Dabei darf natürlich auch die Besichtigung des berühmt-berüchtigten Bildes von Gerhard Schröder in der Kanzlergalerie nicht fehlen. Das Kanzleramt ist aber darüber hinaus auch mit vielen anderen, sehenswerten Kunstwerken ausgestattet.

Alles in allem bietet ein Praktikum bei der SPD-Fraktion also noch viel mehr, als „nur“ den spannenden Alltag eines Abgeordneten beziehungsweise dessen Büro kennen zu lernen. Denn durch das Praktikantenprogramm erhält man nochmal ganz andere Einblicke in das Geschehen des politischen Berlins – und lernt ganz nebenbei auch noch viele andere Praktikantinnen und Praktikanten aus ganz Deutschland und teilweise sogar dem europäischen Ausland kennen. Ein solches Praktikum ist deshalb auf alle Fälle zu empfehlen!

von Florian Hörlein