Martina Stamm-Fibich beim Red Hand Day: "Waffen gehören nicht in Kinderhände!" (2017)

Martina Stamm-Fibich beim Red Hand Day: „Waffen gehören nicht in Kinderhände!“ (2017)

12-02-2019 Trotz vieler Erfolge werden nach UNICEF-Schätzungen immer noch über 250.000 Kinder als Kindersoldatinnen und –soldaten missbraucht. Um sie geht es beim heutigen Red Hand Day. Das Symbol der Aktion ist die rote Hand, die für ein eindeutiges „Nein“ gegen die Rekrutierung und den Einsatz von Kindersoldatinnen und –soldaten steht. Als Sozialdemokratin stelle ich mich gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Kriegen und bewaffneten Konflikten und unterstütze deshalb den Red Hand Day.

Kinder und Jugendliche brauchen unseren besonderen Schutz. Sie leiden besonders unter Krieg und Gewalt und sind oft nicht in der Lage, sich selbst gegen Missbrauch zu wehren. Für mich ist klar: Waffen gehören nicht in Kinderhände und Kinder und Jugendliche dürfen nicht im Krieg eingesetzt werden. Auch die zunehmende Rekrutierung von Minderjährigen bei der Bundeswehr sehe ich deshalb äußerst kritisch, auch wenn sie nicht an Auslandseinsätzen teilnehmen dürfen. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 1.679 unter 18-Jährige als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert.

Krieg und Gewalt häufigster Grund für Flucht

Die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. 2018 zählte die Hamburger Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung weltweit 28 Kriege und bewaffnete Konflikte, 2017 waren es noch 31. Kriege und bewaffnete Konflikte sind aber nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern der häufigste Grund für Flucht. Laut der Menschenrechtsorganisation terre des hommes sind inzwischen etwa neunzig Prozent der Kriegsopfer Zivilisten und etwa die Hälfte der 68,5 Millionen Menschen, die weltweit vor Krieg und Gewalt fliehen, sind Kinder.

Gegen Menschenrechtsverletzungen: Internationalen Strafgerichtshof stärken

Die Vereinten Nationen geben an, dass in 20 Ländern und in rund 50 Armeen und bewaffneten Gruppen schwerste Menschenrechtsverletzungen gegen Kinder begangen werden – dazu gehören die Rekrutierung von Kindersoldatinnen und -soldaten, die Tötung und Verstümmelung von Kindern oder Angriffe auf Schulen und Krankenhäuser. Zu diesen Staaten zählen Indien, Myanmar, Jemen, Kolumbien, Philippinen und die Demokratische Republik Kongo. Um Kriegsverbrechen an Kindern aufklären und ahnden zu können, muss der Internationale Strafgerichtshof weiter gestärkt werden. Staaten wie China, Indien, USA, Russland, Türkei und Israel müssen das Gericht in Den Haag endlich anerkennen und unterstützen.

Hintergrundinformationen

Am 12.02.2002 trat das Zusatzprotokoll zur UN‑Kinderrechtskonvention zum Verbot des Einsatzes von Kindern als Soldatinnen und Soldaten in Kraft, dem bis heute 168 Staaten beigetreten sind. Die Bundesrepublik hat das Zusatzprotokoll im Dezember 2004 ratifiziert.