Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion. Foto: Marco Leibetseder/Editorial247.com

Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion. Foto: Marco Leibetseder/Editorial247.com

17-09-2018 Heute findet bereits zum vierten Mal der Internationale Tag der Patientensicherheit statt. In diesem Jahr steht das Thema „Digitalisierung und Patientensicherheit“ im Mittelpunkt. Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, sieht in der Digitalisierung großes Potential. Sie macht gleichzeitig deutlich, dass Digitalisierung bei der Patientensicherheit nicht die Lösung aller Probleme ist und auch die Patientenrechte gestärkt gehören.

„Patientensicherheit ist ein Megathema. Die Folgen von Behandlungsfehlern und sogenannten unerwünschten Ereignissen sind für den einzelnen Patienten oft gravierend. Sicherlich kann die Digitalisierung helfen, mehr Sicherheit zu schaffen. Ich bin mir beispielsweise sicher, dass die Nutzung künstlicher Intelligenz die Qualität von ärztlichen Diagnosen deutlich verbessern wird. Auch die elektronische Patientenakte hat ein großes Potential. Ich bin gespannt auf Jens Spahns Vorschlag, der ja für diesen Herbst angekündigt war.

Digitalisierung ist aber nicht die Lösung aller Probleme. Auch die Patientenrechte gehören gestärkt, insbesondere die Entschädigungsrechte von Patienten. Deshalb möchte ich in die Diskussion über einen nachrangig einspringenden Patientenentschädigungsfonds nach österreichischem Vorbild einsteigen. Denn selbst wenn klar ist, dass ein Behandlungsfehler gemacht wurde, lässt sich die persönliche Verantwortung meist nicht mehr klären. Das müssen wir überwinden.

Patientensicherheit ist aber auch ein enormer wirtschaftlicher Faktor in der gesetzlichen Krankenversicherung. Unerwünschte Ereignisse kosten jedes Jahr zwei bis vier Milliarden Euro. Für diese vermeidbaren Kosten kommen derzeit alle Versicherten mit ihren Beiträgen auf. Auch das ist ein Grund, warum das Thema Patientensicherheit im Interesse unserer Solidargemeinschaft auf der politischen Agenda weiter nach oben gehört“, so die SPD-Gesundheitsexpertin.