Übersicht über den Sitzungssaal, während der Sitzung des Petitionsausschusses. Foto: Thomas Imo/ photothek.net Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Thomas Imo/ photothek.net  Nutzungsbedingungen: http://www.bundestag.de/wissen/archiv/sachgeb/bilda/bildnutz.html Es werden nur einfache Nutzungsrechte eingeräumt, die ein Recht zur Weitergabe der Nutzungsrechte an Dritte ausschließen

Übersicht über den Sitzungssaal, während der Sitzung des Petitionsausschusses.
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31-08-2018 Die EU-Kommission hat am zweiten Tag ihrer Klausur beschlossen, die Zeitumstellung abschaffen zu wollen. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kündigte an, einen Regelungsentwurf erarbeiten zu lassen, nachdem künftig unionsweit die Sommerzeit ganzjährig beibehalten werden soll. Dem Beschluss vorausgegangen war eine Online-Befragung der Kommission, bei der sich über 80 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer für eine Abschaffung aussprachen. Die Abschaffung der Zeitumstellung wird bereits seit mehreren Jahren immer wieder gefordert. Hauptgrund sind die negativen gesundheitlichen Auswirkungen auf viele Menschen. Die Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und stellvertretende Vorsitzende des Petitionsausschusses, Martina Stamm-Fibich begrüßt den Entschluss.

„Die Zeitumstellung brennt vielen Menschen unter den Nägeln, sie ist eine unnötige gesundheitliche Belastung. Es ist gut, dass das Problem Zeitumstellung endlich auch auf europäischer Ebene ernstgenommen wird. Das war allerdings auch höchste Zeit. Denn als Petitionsausschuss des Bundestags haben wir in den vergangenen Jahren häufig auf das Thema hingewiesen und die Forderung nach der Abschaffung der Zeitumstellung unterstützt, immer wieder auch in Richtung des Europäischen Parlaments. Solche Themen müssen in Europa direkt aufgegriffen werden, nicht erst nach einer Online-Befragung. Ich denke, dass es gerade heute dringend nötig ist, zu zeigen, dass die EU nah an den Alltagsproblemen ihrer Bürgerinnen und Bürger dran ist. Das gilt erst recht, wenn es um die Gesundheit geht,“ so Stamm-Fibich.

Allein beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages gingen dazu weit über 500 Schreiben ein. Die Zeitumstellung zwischen Winter- und Sommerzeit wurde ursprünglich eingeführt um Energie zu sparen. Dabei hat sich herausgestellt, dass sie eben kein wirkungsvolles Mittel ist um dieses wichtige Ziel zu erreichen. Was aber bleibt, sind ihre gesundheitlichen Risiken und Gefahren. Tatsächlich leiden bis zu 20 Prozent der Bevölkerung unter diesem Relikt vergangener Tage: Die Zeitumstellung bringt den Biorhythmus vieler Menschen durcheinander. Das führt zu Schlafmangel, Konzentrationsproblemen und kann sogar das Entstehen von Depressionen fördern. Dabei sind es vor allem Kinder und ältere Menschen, die besonders große Anpassungsschwierigkeiten haben und unter der Störung ihres Biorhythmus am meisten leiden. Damit nicht genug, steigen an den Tagen nach der Umstellung auf Sommerzeit die Verkehrsunfallraten mit bis zu 30 Prozent deutlich an.