Martina Stamm-Fibich bei einer Rede im Plenum des Deutschen Bundestages. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

Martina Stamm-Fibich, Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, bei einer Rede im Plenum des Deutschen Bundestages. Foto: Deutscher Bundestag/Achim Melde

26-07-2018 Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will, dass das Medikament PrEP (Präexpositionsprophylaxe) zur HIV-Prophylaxe künftig von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Die Gesundheitsexpertin und Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion Martina Stamm-Fibich sieht darin einen möglichen Meilenstein im Kampf gegen die HIV-Epidemie. Damit PrEP ein gesundheitspolitischer Erfolg werden könne, müsse aber gleichzeitig die Prävention anderer sexuell übertragbarer Krankheiten gestärkt werden. „Die HIV-Prophylaxe muss Hand in Hand mit besserer Aufklärung über sexuell übertragbare Krankheiten und deren Vermeidung generell gehen“, so Stamm-Fibich.

Das Medikament PrEP verbessert den Schutz vor HIV, ist aber umstritten. Grund dafür sind unter anderem Studien aus den USA, dort wird PrEP bereits länger genutzt. Sie legen nahe, dass die PrEP-Nutzung zu risikoreichem Sexualverhalten verleitet. Dabei geht es vor allem um den leichtsinnigen Verzicht auf den Infektionsschutz, den Kondome bieten. Das ist deshalb ein Problem, weil viele sexuell übertragbare Krankheiten, wie etwa Syphilis, Hepatitis oder Chlamydien, mittlerweile wieder auf dem Vormarsch sind. Dabei sind sich viele Menschen ihrer Infektion nicht bewusst. „PrEP bietet bei regelmäßiger Einnahme zu 90 Prozent Schutz vor einer Ansteckung mit HIV. Das bedeutet zehn Prozent Restrisiko für eine HIV-Infektion und gar keinen Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. Wirksamen Schutz gibt es letztlich nur zusammen mit Kondomen“, erklärt die Gesundheitsexpertin.