Foto: editorial247.com/Marco Leibetseder

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08-03-2018 Der diesjährige Internationale Frauentag steht unter dem Motto „Press for Progress“, also „mit Nachdruck für den Fortschritt“. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist in unserem Grundgesetz verankert. Echte Gleichstellung von Frauen und Männern haben wir in Deutschland aber längst nicht erreicht. Frauen erleben nach wie vor strukturelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Benachteiligung. Die statistische Lohnlücke zwischen Frauen und Männern von gut sieben Prozent, die durch keine anderen Einflüsse als das Geschlecht erklärbar ist, ist dafür nur ein Beispiel. Die Unterrepräsentation von Frauen in Parlamenten, auf Podien oder auch in Talkshows sind andere. Sie machen deutlich: Für echte Gleichstellung müssen wir gemeinsam mit allen fortschrittlichen Kräften politisch Druck machen, auch über die im Koalitionsvertrag vereinbarten Maßnahmen hinaus.

Im Koalitionsvertrag, der am 12. März unterzeichnet werden wird, haben wir das Recht auf befristete Teilzeit vereinbart. Das war allerdings auch schon in der letzten Koalition so verabredet. Die CSU hatte die Umsetzung vor einem Jahr blockiert. Auf Druck der Unionsparteien gibt es nun leider einige Einschränkungen gegenüber der damaligen Vereinbarung. Für die Gleichstellung der Geschlechter ist das dennoch ein ordentlicher Schritt: Frauen und Männer bekommen endlich die Möglichkeit, nach einer Teilzeitphase wieder auf die vorherige Arbeitszeit aufzustocken. Das hilft vor allem Frauen, die viel zu häufig in der Teilzeitfalle stecken bleiben und später in Altersarmut landen.

Einen besonderen Schwerpunkt setzt die künftige Koalition im Kampf gegen Gewalt an Frauen. Wir werden Frauen stärken, indem wir ihnen den sicheren und geschützten Weg aus der Gewaltspirale ermöglichen. Dazu wird es ein Aktionsprogramm zur Prävention von Gewalt, der Verbesserung des Hilfesystems und einer gesicherten Finanzierung von Frauenhäusern geben.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist ein Ur-Anliegen der Sozialdemokratie, die SPD forderte in ihrem Programm bereits im Jahr 1891 das Frauenwahlrecht. Es war ein Meilenstein für die Gleichberechtigung und Gleichstellung von Frauen und Männern als Frauen vor 100 Jahren, am 12. November 1918, das aktive und passive Wahlrecht erhielten. Ganze Generationen haben dafür gekämpft. Auch heute ist es wichtig sich politisch zu organisieren und für Gleichstellung einzutreten. Die Gewerkschaften und die SPD sind dafür gute Orte.