Foto: editorial247.com/Marco Leibetseder

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2018-01-19 „Es ist unstrittig, dass die sehr hohen Sanierungs- und Modernisierungskosten für das Krankenhaus in Hersbruck ohne staatliche Förderung nicht wirtschaftlich sind. Zumal die duale Krankenhausfinanzierung gesetzlich festschreibt, dass derartige Investitionen weder vom Krankenhausträger, noch von den Krankenkassen – sondern einzig vom Freistaat Bayern zu tragen sind. Vor diesem Hintergrund empfinde ich es als scheinheilig, wenn die CSU sich für eine Stärkung des ländlichen Raumes ausspricht, dann aber dem Krankenhaus Hersbruck jegliche Förderung verweigert“, so die Erlanger SPD-Gesundheitsexpertin Martina Stamm-Fibich.

Bereits im Juli 2017 trafen sich auf Initiative der Erlangener Bundestagsabgeordneten und Gesundheitsexpertin Martina Stamm-Fibich (SPD) Dr. Alfred Estelmann, (damaliger Vorstand Nürnberger Klinikum), Iris Plattmeier (SPD-Kreis- und Stadträtin), Stephan Krimm (SPD-Stadtrat), Dr. Thomas Grüneberg (kommender Geschäftsführer Krankenhäuser Nürnberger Land), Dr. Michael Hitzschke (scheidender Geschäftsführer Krankenhäuser Geschäftsführer Nürnberger Land) und Kerstin Gardill (SPD-Landtagskandidatin), um über die Zukunft des Hersbrucker Krankenhauses zu sprechen.

Die klare Botschaft der Bundestagsabgeordneten Stamm-Fibich: „Mir ist besonders wichtig, dass die chirurgische Praxis, die Notfallpraxis und die Intensivpflege für die Hersbrucker Bevölkerung und das Umland hier in Hersbruck erhalten bleiben. Auch wenn das Krankenhaus tatsächlich in den kommenden vier bis fünf Jahren schließt – die Notfallversorgung muss jederzeit lückenlos gewährleistet sein.“

Darüber hinaus gilt es im Zusammenwirken von lokaler Politik, Gesundheitsdienstleistern und dem Klinikum Nürnberg nach neuen, alternativen und dem Bedarf angepassten Versorgungsformen für die Bevölkerung im östlichen Landkreis zu suchen. Dies kann aber nur gelingen wenn alle Verantwortungsträger besonnen, zielorientiert an einem Strang ziehen und irreale Vorschläge, wie von CSU-Landtagsabgeordneten Norbert Dünkel den Krankenhausbetreib wieder in die Verantwortung des Landkreises zu überführen, in populistischen Sonntagsreden unterlassen.

Hintergrund

Im Jahr 2005 trennte sich der Landkreis Nürnberger Land von seinen drei hoch defizitären Krankenhäusern. Dem damaligen Hersbrucker Bürgermeister Wolfgang Plattmeier, dem Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und dem damaligen Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Dr. Thomas Beyer ist es zu verdanken, dass die Landkeiskrankenhäuser, darunter auch das Krankenhaus in Hersbruck, nicht an einen privaten Klinikbetreiber verkauft wurden. Nach langen Verhandlungen erhielt das Klinikum Nürnberg den Zuschlag. Damit war eine hochwertige medizinische Versorgung der Landkreisbevölkerung, der Erhalt von über 600 Arbeitsplätzen und eine Bezahlung der Mitarbeiter nach Tarifvertrag garantiert. Hätte sich damals die CSU durchgesetzt, wäre ein privater Klinikbereiter zum Zuge gekommen, der wie die Erfahrung in anderen Landkreisen zeigt, vermutlich nicht so lange am Standort Hersbruck oder an defizitären Abteilungen wie der Geburtshilfe in Lauf festgehalten hätte.