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Das Thema Inklusion, im speziellen inklusive Pädagogik, die die integrative Zusammenarbeit heterogener Gruppen in Erziehung und Bildung befürwortet, war für die Erlanger Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich (SPD) schon lange vor ihrer Tätigkeit in Berlin ein Kernthema ihrer Arbeit als Betriebsrätin bei Siemens.

So war es für sie selbstverständlich, in ihrem Wahlkampf auch auf Werkstücke aus Behindertenwerkstätten zu setzen. Die Bewohner der Lebenshilfe Fürth e.V. stellten in liebevoller Handarbeit kleine Blumenvasen für die Verteilung von Rosen her. „Ich war sehr angetan, mit wie viel Leidenschaft, Hingabe und Geschick die Bewohner der Lebenshilfe trotz ihrer Handicaps diese kleinen Kunstwerke gefertigt haben“, sagt die 48-jährige Möhrendorferin.
Zu einem Informationsgespräch trafen sich am 28. März Martina Stamm-Fibich und ihr Bundestagskollege Carsten Träger (SPD) mit Vertretern der Lebenshilfe Fürth in der Fronmüllerstraße. Diskutiert wurden unter anderem die aktuellen Anforderungen an das Thema Pflege von geistig- und körperlich behinderten Menschen.  „Die Neuausrichtung des Pflegeberufs wird eine große Rolle in der aktuellen Legislaturperiode einnehmen“, berichtete Martina Stamm-Fibich, die Mitglied im Gesundheitsausschuss ist. „Was mir etwas Sorgen bereitet ist, dass der Beruf des Heilerziehungspfleger bei dieser Diskussion außen vor bleibt. Mir geht es darum, das Image dieses Berufes voranzutreiben, denn er nimmt eine überragende Rolle in unserer Gesellschaft ein“. Der Weg, den Bewerber gehen müssen, ist lang. Einem zweijährigen Pflichtpraktikum folgt eine dreijährige Ausbildung, bevor ein Heilerziehungspfleger seine Berufsausbildung abgeschlossen hat. Die hohe Arbeitsbelastung, eine im Vergleich zu vielen anderen Berufen geringere Entlohnung und der Aufwand an administrativen Aufgaben schrecken Interessierte ab.

Carsten Träger, Mitglied des Sportausschusses, informierte sich umfassend, welche Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung den Menschen in Einrichtungen der Lebenshilfe  zur Verfügung stehen und inwieweit Bedarf an weiteren Alternativen und Angeboten besteht.

Die Mitarbeiter der Lebenshilfe sowie der Elternvertretung nutzten ihrerseits die Möglichkeit, um auf Schwierigkeiten und Problemstellungen bei der täglichen Arbeit hinzuweisen. Dazu zählt die stetig steigende Verknappung des Wohnraumangebots, besonders für sozial schwache und behinderte Menschen in der Uferstadt. „Wir haben momentan in unseren Einrichtungen eine hohe Nachfragesituation. Die Leute stehen Schlange auf der Suche nach Wohnraum und Aufnahme in unserer Förderstätte“, sagte Nils Ortlieb, pädagogischer Gesamtleiter der Lebenshilfe Fürth. Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung, zugleich erster Vorsitzender der Lebenshilfe Fürth, versprach, sich des Problems anzunehmen.  Auch das Thema Inklusion, das unter anderem das  Zusammenleben von behinderten und nicht-behinderten Menschen als Ziel hat, ist für die Zukunft ein wichtiger Ansatz.

Probleme, so Ortlieb, bereite den Menschen der Übergang von einer Förderstätte in die Werkstätten. Nur wer in den ersten beiden Jahren den Übertritt in eine Werkstätte schafft, erhält die Möglichkeit für eine berufliche Ausbildung. Zudem „nimmt die ausufernde Dokumentation der täglichen Arbeit immer mehr Zeit in Anspruch“, schilderte Ortlieb.
Beim anschließenden Rundgang durch die Lebenshilfe mit Einrichtungsleitung Rita Schaeper konnten Martina Stamm-Fibich und Carsten Träger einen umfassenden Einblick in die Wohn- und Arbeitssituation sowie den täglichen Ablauf im Alltag der Bewohner der Lebenshilfe-Wohneinrichtungen  gewinnen. „Ich nehme viele Eindrücke und Ideen von der Lebenshilfe mit nach Berlin. Das Thema Inklusion war mir schon während meiner Zeit als Betriebsrätin bei Siemens sehr wichtig. Nur im direkten Dialog mit Beteiligten und Betroffenen erfährt man, wo der Schuh wirklich drückt“, fasste Martina Stamm-Fibich den Besuch zusammen.