Bewusstsein schaffen: 500 Schüler bei Kräuteraktion geschult

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10-05-2017 – Das Bundesgesundheitsministerium hat den Drogen- und Suchtbericht für das Jahr 2016 veröffentlicht. Zum vierten Mal in Folge ist in Deutschland die Zahl der Drogentoten gestiegen. 1333 Menschen sind im Jahr 2016 am Konsum illegaler Drogen gestorben. Dies entspricht einem Plus von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besorgniserregend ist der drastische Anstieg an Toten durch den Konsum der „Neuen psychoaktiven Substanzen“ (NPS), den so genannten „Legal Highs“. Die Zahl stieg von 39 auf 98.„Ich fordere seit langem viel mehr Aufklärungsarbeit, um ein Bewusstsein bei den Menschen zu schaffen. Und die Aufklärung beginnt in der Schule“, sagt Martina Stamm-Fibich, die in Zusammenarbeit mit der Sucht- und Drogenberatung mudra im Wahlkreis Erlangen eine Präventionsprojekt angeboten hat.

Über 500 Schülerinnen und Schüler aus Mittelschulen, Berufsschulen und Gymnasien konnte sie mit der mudra bei der Aktion „Kräutermischungen – Tee sonst nix“ auf die Gefahren des Konsums von „Legal Highs“ aufmerksam machen. Diskussionen mit Ex-Usern, Angehörigen, Dokumentarfilme über die Arbeit der mudra mit Abhängigen oder Aufklärung mit einem Quiz im Stil von „Wer wird Millionär“ – die Jugendlichen waren aufgefordert, sich aktiv am Unterricht zu beteiligen.

„Wir haben eine Tür aufgestoßen. Gehört hatten die meisten schon von Kräutermischungen. Über die Wirkung und die Folgen des Konsums waren viele dann aber doch überrascht. Es ging darum, Bewusstsein bei den Jugendlichen zu schaffen und den gefährlichen und unkontrollierbaren Substanzen ihre oberflächliche Harmlosigkeit zu nehmen.“

Mit dem „Gesetz zur Bekämpfung der Verbreitung neuer psychoaktiver Stoffe“ (NpSG) versucht die Bundesregierung die Verbreitung von NPS zu bekämpfen und die Verfügbarkeit als Konsum- und Rauschmittel einzuschränken. Ganze Stoffgruppen wurden unter Strafe gestellt, generell die Herstellung, das Inverkehrbringen, der Handel und die Einführung der Drogen.

Das Gesetz bekämpft die Wurzel, nicht aber die Folgen für den Konsumenten. „Deshalb bedarf es der Aufklärung. Hier muss das Bundesgesundheitsministerium mehr Mittel zur Verfügung stellen und für eine flächendeckende und zielführende Aufklärung sorgen“, fordert Stamm-Fibich.