Information, Aufklärung, Prävention

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Martina Stamm-Fibich mit Adolf Wedel, Geschäftsführer der Martin Bauer Group. Das Unternehmen aus Vestenbergsgreuth stellt 1000 Kräutertees für die Aktion zur Verfügung.

28.01.2016 – In Zusammenarbeit mit der mudra-Drogenhilfe e.V. und der Martin Bauer Group in Vestenbergsgreuth startet die Erlanger Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich eine Schulaktion, die junge Menschen auf die Risiken und Gefahren des Konsums von Kräutermischungen aufmerksam macht.

Schwindel, Atemnot, Kreislaufprobleme, Halluzinationen, Panikattacken, Bewusstlosigkeit, Herzstillstand oder sogar der unmittelbare Tod – die Liste der Nebenwirkungen der sogenannten „Legal Highs“ ist erschreckend. Dennoch konsumieren vor allem junge Menschen diese gefährlichen Substanzen. Mit Kräutern haben die hochgefährlichen Mischungen rein gar nichts zu tun. Die in bunten Tütchen verpackten Mischungen bestehen aus wirkungslosen Pflanzenteilen, denen synthetisch hergestellte Wirkstoffe zugesetzt werden. Was genau in den Tüten steckt, weiß keiner.

Adolf Wedel muss nicht lange überlegen als Martina Stamm-Fibich ihn über ihre Aktion informiert: „Keine Frage, wir machen mit. Für uns ist das ein Teil der sozialen Verantwortung, die wir als Unternehmen wahrnehmen“, sagt der Geschäftsführer der Martin Bauer Group. 1000 Päckchen fränkischer Kräutermischung stellt der Unternehmer im ersten Anlauf für die Aktion zur Verfügung. Fränkischen Kräutertee wohlgemerkt. Denn Tee ist das Einzige „was ich unter einer richtigen Kräutermischung verstehe“, sagt Stamm-Fibich.

IMG_4343Als ordentliches Mitglied im Gesundheitsausschuss sind ihr die Probleme des Konsums und des Missbrauchs der „Legal Highs“ bekannt. Mit der Unterstützung der mudra und der Martin Bauer Group will sie neben der regelmäßigen politischen Bildung in Schulen verstärkt auf die Gefahren des unkontrollierten Umgangs mit Drogen aufmerksam machen. „Wir müssen noch mehr Bewusstsein schaffen und Aufklärung leisten“, fordert die Erlangerin. Bei ersten Besuchen in Erlanger Schulen stellte sie oft betroffenes Schweigen fest, wenn sie die Schüler mit dem Thema Kräutermischungen konfrontierte: „Alle wussten Bescheid. Aber vielen ist immer noch nicht klar, dass die Risiken des Konsums unkontrollierbar sind und irreparable Schäden hervorrufen können.“

Die „Fränkische Kräutermischung – Tee und sonst nix“, soll die Jugendlichen augenzwinkernd zum Nachdenken anregen. Zusätzlich zum Tee gibt es eine Infobroschüre der mudra, die kurz und prägnant über die Zusammensetzung und Risiken der Drogen informiert. Ein Mitarbeiter der Drogenhilfe wird gemeinsam mit Martina Stamm-Fibich den Unterricht besuchen.

Im Alter zwischen 14 und 15 Jahren beginnt die Zielgruppe der Konsumenten von Kräutermischungen, die die Mitarbeiter von enterprise 3.0 der mudra betreut. „Ausreißer nach unten gibt es aber immer wieder. Der Jüngste war elf Jahre alt. Zum Glück ist das aber nicht die Regel“, sagt der Soziologe Sandro Rösler. Mitte der 90er Jahre war das enterprise-Projekt als Szeneeinrichtung gestartet, als bei den Partygängern im Technozeitalter vor allem Ecstasy auf der Liste ganz oben stand. Seit der Jahrtausendwende hat sich enterprise 3.0 als feste Einrichtung etabliert.

„Wir betreiben gezielt Aufklärung, informieren junge Konsumenteninnen und Konsumenten mit ersten Drogenerfahrungen und versuchen, dem Risiko für die Entstehung einer Sucht- und Drogenproblematik entgegenzuwirken“, sagt  Rösler. Das enterprise-Team kümmert sich speziell um junge Drogenkonsumenten, die Probleme mit Cannabis, (Meth-) Amphetaminen, Ecstasy, Research Chemicals/Legal Highs/Kräutermischungen, häufig auch in Verbindung mit Medikamenten und Alkohol, haben.

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Die mudra-Drogenhilfe stellt über 1000 Aufklärungsbroschüren zum Thema Kräutermischungen zur Verfügung. Soziologe Sandro Rösler vom Projekt enterprise 3.0 mit Martina Stamm-Fibich bei der Übergabe in Nürnberg.

Die mudra:

Die mudra e.V. ist eine Drogenhilfsorganisation in Nürnberg, 1980 gegründet und dem Paritätischen Bayern zugehörig, die eine Reihe von Beratungs-, Betreuungs-, und Behandlungsangeboten für Drogenuser und ihre Angehörigen unterhält. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Arbeit mit jungen Menschen zu Drogenfragen und in der Prävention im Vorfeld einer Manifestation von Drogenmissbrauch oder –abhängigkeit.